Unterhaltungsliteratur hat viele Gesichter. Nicht alle sind schön, aber alle dienen sie der Unterhaltung der Leserschaft. Da die Unterhaltungsliteratur viele Genres in sich vereinigt, geht der Leser durch ein Wechselbad der Gefühle. Der eine Autor hat einen traurigen Schicksalsroman geschrieben, doch ein lustiger Roman trocknet dann die Tränen.
Wie wird Unterhaltungsliteratur eingeordnet?
Die Literatur wird in drei große Gruppen, auch Gattungen genannt, eingeteilt. Am anspruchvollsten wird die Dichtung/Hochliteratur eingeschätzt – mittelmäßig anspruchsvoll wird die Unterhaltungsliteratur gesehen – und gering anspruchsvoll ist dann die Einschätzung für die Trivialliteratur. Es bleibt bloß zu hoffen, dass nicht beim Lesen eine Drei-Klassen-Gesellschaft erreicht wird. Die Gefahr scheint aber nicht zu bestehen, denn es sind schon sehr wohlhabende Leute mit Schundliteratur gesehen worden, während ganz einfache Menschen Heinrich Heine Bücher lasen.
Es ist selbst für Literaturexperten und Kenner der Materie sehr schwer, klare Grenzen zwischen den Lesemodellen zu ziehen. Am einfachsten ist es da noch bei dem Erkennen der Dichtung, oder auch Hochliteratur genannt. Bei der Unterhaltungsliteratur und Trivialliteratur ist es schon schwieriger, da Erzählformen und Inhalte manchmal ineinander fließen, und dadurch eine klare Zuordnung schwer möglich ist. Der deutlichste Unterschied zwischen diesen beiden Gattungen ist vielleicht darin zu sehen, dass die Trivialliteratur den Lesern eine beschönigte Welt vor Augen führt, und alles Gegenwärtige in den schillerndsten Farben beschreibt. Neben dieser Irreführung kommen noch die kitschige Schreibweise, sowie die Verherrlichung von Krieg und Gewalt dazu.
Da besitzt die Unterhaltungsliteratur ein bedeutend höheres Niveau. Oft wird gezielte Kritik am bestehenden Gesellschaftssystem zum Ausdruck gebracht. Der Leser wird somit zum Nachdenken angeregt. Der Inhalt dieser Gattung Literatur ist so vielseitig, dass diese Literatur vom Kind bis zum alten Menschen genügend ansprechenden Lesestoff bietet.
Seit wann gibt es diese Literatur?
Seit dem die Menschheit Lesen kann, gibt es die verschiedensten Leserichtungen. Logischerweise war die christliche Literatur am meisten verbreitet, und Hausbibeln waren fast überall vorzufinden. Später kamen Erbauungsschriften dazu. Die Lesebereitschaft stieg im Laufe der Jahre, denn die Schulpflicht ermöglichte es auch den einfachen Menschen, Lust am Lesen zu bekommen. Damit explodierte natürlich der Buchmarkt, denn immer mehr Menschen konnten im Laufe der Jahre lesen. Die theologische Literatur rückte aber immer stärker in den Hintergrund, und Romane gewannen an Popularität. Auch die Tagesliteratur wuchs in der Beliebtheit, was natürlich einen verstärkten Druck von Zeitungen und Zeitschriften mit sich brachte.
Wer liest heute was?
Das ist ganz verschieden. Es ist nicht so, dass die Jugend nur die Jugendliteratur, und die Frauen nur die Frauenliteratur lesen. Oh nein – weit gefehlt! Jeder liest, was gefällt.
Natürlich ist es so, dass sich die Kleinen, sobald sie lesen können, in erster Linie den Märchenbüchern zuwenden. Jedes Kind will doch zum Beispiel selbst „Hänsel und Gretel“ lesen, um dann zitternd die Bettdecke über den Kopf zu ziehen. Doch bei den Frauen sieht es nicht viel anders aus, denn auch in niveauvollen Liebesromanen gibt es nicht immer ein gutes Ende. Aber auch die Männer hält das Lesen in Spannung, und hier sind es vorwiegend historische Bücher, Abenteuerromane und Krimis, die am Einschlafen hindern.
Doch keiner der genannten Lesegruppen ist an gewisse Richtungen gebunden, und so lesen natürlich auch Frauen gern Krimis, und mancher Mann hat schon heimlich Liebesromane geschnuppert.
So wird Lesen sicher auch in Zukunft eine Lieblingsbeschäftigung bleiben.
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