Trivialliteratur klingt kompliziert

Trivialliteratur klingt wirklich kompliziert, und sicher werden nur wenige Menschen damit etwas anzufangen wissen. Da klingt es fast paradox, wenn gesagt wird, dass sehr viele Menschen etwas mit diesem Begriff gemeinsam haben. Es handelt sich nämlich schlicht und einfach um die Unterhaltung durch die Literatur – könnte auch als Lesen bezeichnet werden.

Wie kann dieser Begriff „Trivialliteratur“ näher erklärt werden?

Seit circa 1920 wird dieser Begriff für die etwas abwertend eingeschätzte Massenliteratur verwendet. Es wird laut Recherche die Literatur in drei Bereiche eingeteilt, und diese drei Bereiche heißen: Dichtung oder Hochliteratur, Unterhaltungsliteratur und Trivialliteratur. Dieser zuletzt genannte Literaturbereich wird als wenig anspruchsvoll, manchmal sogar als Schundliteratur bezeichnet, und auch die Bezeichnung “Kitsch“ wird dafür verwendet. Bei manchen Gewalt verherrlichenden Lesewerken ist diese Bezeichnung allerdings berechtigt. Auch den Begriff „Kitsch“ haben manche Hefte verdient, deren Inhalt nur Schmalz ist. Doch sollte diese Abwertung nicht auf andere Bücher und Romane erweitert werden; nur weil diese von den Themen: Liebe, Krieg, Abenteuer und Verbrechen erzählen. Es kommt immer darauf an, aus welcher Sichtweite der Autor seine Werke verfasst hat. Werden zum Beispiel Liebesromane spannend, emotional und realitätsnah geschrieben, dann können sie nicht als „Kitsch“ abgestempelt werden. Oder ein Roman erzählt von einem Verbrechen, welches nicht verniedlicht wird, sondern der Autor die kriminelle Handlung in seinem Roman verurteilt – dann ist dies auch kein „Schund“ Auch ein Kriegsroman kann aufrüttelnd wirken, wenn der Autor den Krieg nicht verherrlicht, und wenn der Romanheld realistisch dargestellt wird – und wenn die Erkenntnis nicht zu übersehen ist, was ein Krieg anrichtet.Wenn aber alles verherrlicht, toleriert und entschuldigt wird, dann unterstellt der Autor dem Leser eine gewisse Geistesarmut, und dann wäre es besser gewesen, wenn er das Papier für sein Werk einer anderen Verwendung zugeführt hätte.Aber generell sollten die Leser nicht in so eine primitive Schablone gesteckt werden.So mancher Literaturexperte und Kritiker hat besonders in den letzten Jahren erkannt, dass es auch bei der Trivialliteratur Unterschiede gibt, und als Ergebnis wurde die „Schemaliteratur“ erkannt, welche dann wirklich Schund und Kitsch liefert.

Was für eine Geschichte hat diese Literatur?

Bereits im Mittelalter gab es Vorläufer dieser Trivialliteratur, denn damals herausgekommene Blätter mit vorwiegend religiösem Inhalt rückten die Sensationen mit grausamen und brutalen Darstellungen in den Vordergrund. Es wurden Berichte über auftretende Naturkatastrophen, Kriege und Seuchen mit Sensationen sehr unterhaltsam gemischt Die Schundliteratur wurde geboren. Um den Unterhaltungsfaktor zu erweitern, wurden Rätsel und Anekdoten hinzugefügt.Ab dem 18.Jahrhundert wurde dann der Name „Trivialliteratur“ offiziell, und so bekam wirklich die anspruchslose Literatur von Jahr zu Jahr immer mehr Zuspruch.

Wie ist die heutige Situation?

Heute gibt es die Trivialliteratur mit verschiedenen Gesichtern. Anerkannte Autoren, wie zum Beispiel: James Fenimore Cooper, Karl May, Friedrich Gerstäcker und Alexandre Dumas bringen Gesellschaftskritik, Freiheitskampf und Heimatliebe dem Leser nahe.Horrorerzählungen und pornographische Schriften sind die andere Seite dieser Trivialliteratur.

Lesen ist Geschmacksache, aber Lesen ist auch Unterhaltung; und die kann sich jeder nach seinen Vorstellungen gestalten – so wie er gern will
Doch Lesen ist auch Bildung, und da sollte schon überlegt werden, welches Niveau die ausgewählte Literatur besitzt, und ob Spannung und Unterhaltung auch den richtigen Inhalt tragen.

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